So sweet: ISM 2017

Süßes, Snacks und schokoladige Leckereien, so weit das Auge reicht – ein Besuch auf der ISM ist definitiv nicht förderlich für die guten Vorsätze eines neuen Jahres. Vom 29.01-01.02. trifft sich in diesem Jahr die Branche zur Vorstellung ihrer Innovationen. Ob Sortimentserweiterung um neue Geschmacksrichtungen, Markenrelaunch oder gewagtes Konzept, hier wird geklotzt und nicht gekleckert. Und natürlich ist so eine Fachmesse der perfekte Ort, um alte Bekannte zu treffen und neue Kontakte zu knüpfen. Bequemes Schuhwerk gewählt und auf nach Köln!

Als erstes lassen wir uns durch die Hallen treiben, probieren links, gucken rechts, orientieren uns geradeaus. Zur neu platzierten Fläche des New Product Showcase. In den Vitrinen stehen sie also, die Top-Neuheiten 2017. Schnell wird klar, dass nun auch in der Süßware verblüffend viele Hersteller dem Trend der vegetarischen oder vegangen Ernährung folgen. Auch wenn die tatsächliche Zahl der Vegetarier (7,8 Mio.) und insbesondere der Veganer (1 Mio.) im Vergleich zur Gesamtbevölkerung klein ist, so scheint es beim Naschen und Snacken viel Potential zu geben, quasi ein süßer Flexitarismus. Ebenfalls stark vertreten: Bio und organic food. Wir probieren Chips aus Linsen-Mehl oder Hummus. Wir werden nostalgisch beim Anblick der guten alten PEZ Brausebonbon-Spender. Und biegen nochmals in den vorherigen Gang ab, um ausversehen noch eine weitere belgische Praline angeboten zu bekommen. Es wird individualisiert, digitalisiert, portioniert – jeder ist auf der Suche nach dem nächsten großen Wurf.

Auffälliges zeigt sich beim Marsch durch die Hallen auch optisch. Bei den Verpackungen setzen die Hersteller ebenfalls verstärkt auf einen natürlicheren Look. Statt grellen Folien finden sich Kartonagen in Recyclingpapier-Optik. Wiederholt sehen wir auch dunkle Designs mit Handschriften, die den Produkten einen Handmade-Charakter geben. Jedoch an so vielen Ecken, dass wir am Ende selbst nicht mehr so recht zuordnen können, wo überall. Hoffen wir, dass dies den Verbauchern in den Märkten besser gelingt.

Ein echtes Highlight ist die frisch gekürte Top-Innovation der diesjährigen ISM. Der Pech-Keks aus Hamburg ist der bösartige Gegenspieler des traditionellen Glücks-Keks, den es zur Bestellung von chinesischem Take-away-Food gibt. Kleine Gehässigkeiten, fiese Seitenhiebe und garantiert keine leuchtenden Zukunftsprognosen, eingebacken in einem pechschwarzen Keks. We love – wohl überlegt sein will jedoch, wen wir mit unseren mitgebrachten Pech-Keksen erfreuen (https://pech-keks.de/)

Unser Fazit: Der Süßwarenmarkt ist und bleibt dynamisch und innovationsfreudig. Neben den bewährten Playern wagen zahlreiche Newcomer den Schritt in den Markt und besetzen spannende Nischen. Auch etablierte Hersteller suchen in diesem Zuge die Verjüngung und klare Differenzierung von ihren Mitbewerbern – unter ihren Dachmarken oder durch die Schaffung neuer Submarken mit deutlich abweichender Positionierung. Beliebte Snackformen bzw. Geschmacksrichtungen werden in einen neuen Kontext gebracht, um weitere Verbrauchergruppen zu erreichen. Neue Zutaten finden den Weg in den Massenmarkt, nicht nur unter dem Druck der gestiegenen Rohstoffkosten.

Wir werden gespannt beobachten, welche Neuheiten den Weg in den Handel und von dort in die Einkaufskörbe der Verbraucher finden.

 

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